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Halden-Hügel-Hopping – Tour HN

Haard und Oer – natürlich geschichtlich in Oer-Erkenschwick

Unter dem Motto »Halden-Hügel-Hopping« wurden im nördlichen Ruhrgebiet im Kreis Recklinghausen und in Bottrop mehrere Themenwanderwege eingerichtet. Die Wege zwischen 7 und 18 Kilometern Länge erschließen dabei vor allem die alten Bergehalden, die kleine Berg-Etappen mit guter Aussicht darstellen. Meistens sind es Rundwege, die wieder zurück zum Ausgangspunkt führen. Unterstützt werden die Wege durch virtuelle Stationen, die mithilfe digitaler Medien weitere Informationen bieten.

Der längste und nördlichste Rundwanderweg des Halden-Hügel-Hoppings, der „HN“, beginnt in der Ortsmitte von Oer-Erkenschwick, erschließt zwei Bergehalden, führt in die waldreiche und hügelige Haard und verläuft auch auf alten Zechenbahn-Trassen. Die Hauptroute hat eine Länge von etwa 18 Kilometern bei ca. 250 Höhenmetern. Eine Ost-West-Verbindung auf dem Haardgrenzweg macht es möglich, die Tour in zwei Teile entweder auf den Halden oder in der Haard aufzuteilen und deutlich zu reduzieren.

In der Übersichtskarte ist die Tour samt Abkürzung und ausgesuchten Stationen, also Zechen, Halden und Co. am Wegesrand dargestellt:

Karte Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Anreise:

Die Tour verläuft sowohl auf Straßen, auf befestigten Wegen und Waldpfaden. Mit knapp 18 Kilometern halte ich das Vorhaben, diesen Weg komplett zu Fuß zu wandern, für sportlich. Es liegt daher nahe, die Tour mit dem Fahrrad zu bewältigen. Der Südteil ist auch für Radfahrer geeignet und sehr gut ausgebaut. In der Haard, also im Wald, lauern jedoch an vielen Stellen sandige Abschnitte. Das Fahrverhalten verändert sich dann so, als würde man auf einen Sandstrand mit tiefen, feinen Sand fahren. Das ist ziemlich anstrengend. Hier sind Mountainbikes auf jeden Fall vorteilhaft. Da diese Sandbänke plötzlich auftauchen, können diese unter Umständen bei ungeübten Fahrern oder ungeeigneten Reifen Stürze verursachen. Ich habe die Tour auch mit meinem City-Bike gemacht, bin heile angekommen, musste das Rad aber auch an einigen Stellen schieben. Persönlich würde ich für eine erneute Tour – insbesondere in der Haard – heute eine Wanderung vorziehen.

Der „HN“-Wanderweg ist in der Realität nicht ausgeschildert. Das heißt, dass es dazu keine Piktogramme an Bäumen oder Pfosten gibt. Für die Navigation bietet sich für Smartphones die App „Halden-Hügel-Navi“ des Kreises Recklinghausen an (in den jeweiligen App-Stores erhältlich), auf der Internetseite können außerdem GPS-Tracks für entsprechende Geräte und Übersichtskarten heruntergeladen werden. Die App bietet dazu auch ein digitales Stempelheft und einzelne Erzählstationen – in der Realität gibt es an diesen Stationen keine klassischen Informationstafeln. Wer also tiefgreifende Informationen erhalten möchte, ist auf das Smartphone und die App angewiesen.

Während die Navigation auf dem Halden-Südteil recht einfach ist, lässt einen das beinahe schachbrettartige Wegenetz in der Haard fast verzweifeln, wenn man denn die vorgeschlagenen Stationen auch besuchen möchte. Eine detaillierte Wegebeschreibung lässt zu viele Missverständnisse zu, sodass ich in diesem Beitrag zugunsten der Lesbarkeit auf eine detaillierte Wegbeschreibung sogar verzichte.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Region dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Recklinghausen, Halterner Stausee, Südliches Münsterland" im Maßstab 1:50.000 ist auch die Wandertour eingetragen. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

  Rad- und Wanderkarte Recklinghausen - Haltener Stausee   Radwanderkarte Ruhrgebiet   Erlebnisführer Rhein – Ruhr und Wupper  

Drei Orte bieten sich als Ausgangspunkt an – der offizielle Start am Fuße der Halde Ewald-Fortsetzung, das Freizeitzentrum am Stimbergpark und das Ausflugslokal Mutter Wehner. Von allen Stellen wird die Tour gegen den Uhrzeigersinn bewältigt und in diesem Beitrag beschrieben.

Anreise zu den Ausgangspunkten der Tour:

Anreise mit dem Auto von der A2 (Dortmund, Hamm, Kamener Kreuz): Auf der A2 bis zur Ausfahrt 11 Henrichenburg und dort Richtung Datteln. Nach 2 km links abbiegen auf die Dortmunder Straße. Nach 1,7 km vor Horneburg im Kreisverkehr rechts auf den Landwehrring. Nach 4 km im Kreisverkehr rechts auf die Stimbergstraße und im nächsten Kreisverkehr geradeaus. Nach 250 m liegt rechts die Straße Am Ziegeleitor, Parkmöglichkeiten befinden sich in der Stimbergstraße oder in nahen Nebenstraßen am Rand.

Zum zweiten Ausgangspunkt am Stimbergpark der Straße 1,2 km weiter folgen. An der Ampel schräg-links abbiegen in die Straße Am Stimbergpark und hinter dem Friedhof rechts halten. Einen der Parkplätze nutzen, am besten den ganz am Ende.

Zum dritten Ausgangspunkt bei Mutter Wehner im ersten Kreisverkehr im Ortszentrum von Oer-Erkenschwick geradeaus fahren auf die Schillerstraße. Nach 2,4 km rechts auf die Theodorstraße, die in die Haardstraße übergeht. Nach 1,6 km ist das Ziel erreicht.

Anreise mit dem Auto von der A43 (Münster, Wuppertal, Bochum): Auf der A43 bis zur Ausfahrt 11 Recklinghausen / Herten. Achtung: Die Ausfahrt besteht aus zwei Abfahrten. Es ist die nördliche mit Anbindung an die L511 zu nutzen. Der Landstraße nach Osten folgen und der Beschilderung Richtung Oer-Erkenschwick nachfahren. Nach vier Kilometern an der Ampel links in den Oerweg.

Nach 2 km besteht die Auswahl: Zu Mutter Wehner links abbiegen und dann rechts in die Theodorstraße. Nach 1,6 km ist das Ziel am Parkplatz erreicht. Zum Ausgangspunkt an der Halde Ewald-Fortsetzung rechts auf die Groß-Erkenschwicker-Straße. Im Kreisverkehr nach 1,5 Kilometern links abbiegen, im direkt darauffolgenden geradeaus fahren. Nach 250 m liegt rechts die Straße Am Ziegeleitor als erster Ausgangspunkt, Parkmöglichkeiten befinden sich in der Stimbergstraße oder in nahen Nebenstraßen am Rand.

Zum dritten Ausgangspunkt am Stimbergpark der Straße 1,2 km weiter folgen. An der Ampel schräg-links abbiegen in die Straße Am Stimbergpark und hinter dem Friedhof rechts halten. Einen der Parkplätze nutzen, am besten den ganz am Ende.

Zieleingabe ins Navigationssystem (alle in Oer-Erkenschwick):
Ausgangspunkt an der Halde Ewald-Fortsetzung: Stimbergstraße, Kreuzung Am Ziegeleitor
Ausgangspunkt Stimbergpark: Am Stimbergpark Nähe Hausnummer 78

Ausgangspunkt Mutter Wehner: Haardstraße 196

Anreise mit Bus und Bahn: Von Recklinghausen Hbf. oder Datteln Busbahnhof (ohne Bahnanschluss) mit dem Schnellbus SB24 oder der Buslinie 232 bis Berliner Platz – die Fahrtzeit mit dem Bus beträgt etwa zehn Minuten aus jeder Richtung. Von der Haltestelle über den Kreisverkehr laufen bis zur Einmündung Am Ziegeleitor.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Ausgangspunkt an der Halde wird nicht direkt durch einen Themaradweg, sondern nur durch das Radverkehrsnetz NRW erschlossen. Abstecher mit größerem Umweg sind von der Radroute am Dortmund-Ems-Kanal (bei Datteln) sowie vom Rundkurs Ruhrgebiet und der Römer-Lippe-Route (bei Ahsen) möglich.

Los geht´s!
Mein Ausgangspunkt der Tour ist zugleich der offizielle am Fuß der Halde Ewald-Fortsetzung am Ende der Straße Am Ziegeleitor. Das liegt unweit der Ortsmitte von Oer-Erkenschwick. Vor dem Eingangstor zum Bergbaumuseum (nicht täglich geöffnet; Internetseite für Öffnungszeiten und Eintrittspreise siehe unten) geht es links vorbei und nach einem Linksbogen rechts auf die Halde. Die Halde Ewald-Fortsetzung, ausführlicher vorgestellt auf den Halden-Seiten, ist nicht die höchste aller Bergehalden im Ruhrgebiet. So ist der Anstieg, wenn auch recht steil, nur von kurzer Dauer. Etwa 50 Meter erhebt sie sich über der Umgebung. Sie wurde erst 2009 öffentlich freigegeben. Auf der Lichtung befindet sich das für die Halde typische »Grüne Klassenzimmer« mit Steinen als Sitzmöglichkeiten, auf denen sich eine ganze Gruppe niederlassen kann. Hier hat man dank einer Sichtschneise guten Blick auf das in den 1990er Jahren stillgelegte Bergwerk Ewald-Fortsetzung I / II / III, dessen Gelände langsam von Wohnhäusern bebaut wird. An der Wegkreuzung konnte man auch links abbiegen, um nach wenigen Metern zum Gipfel mit den Stahlrohren zu gelangen. Zurück auf dem Weg geht es auf der anderen Seite wieder bergab – durch eine Serpentine und an der Kreuzung links, sodass wir bald an der Klein-Erkenschwicker-Straße herauskommen. Als Radfahrer braucht man nur lässig rollen zu lassen.

Halde Ewald Oer-Erkenschwick

Am »Grünen Klassenzimmer« der Halde Ewald-Fortsetzung

Halde Ewald Oer-Erkenschwick

Breite Wege auf der Bergehalde

Halde Ewald Oer-Erkenschwick

Gute Aussicht über die Umgebung

Halde Ewald Oer-Erkenschwick

Blick auf das ehemalige Zechengelände Haard

Unten biegen wir links ab und kurz darauf rechts in die Weidenstraße, wo sich der Erzählpunkt über Trinkhallenkultur befindet. Die Straße hat eine leichte Steigung. Die folgende Kreuzung überqueren wir an der Ampel geradeaus und folgen dem Straßenverlauf weiter Richtung Stimbergpark. Dabei passieren wir den Waldfriedhof, der auf der rechten Seite liegt. An der nächsten Abzweigung halten wir uns rechts Richtung Hotel. Links liegt das Schwimmbad, das womöglich später als Erfrischung nach der Tour dienen könnte. Hier befindet sich auch der Abzweig zum Haardgrenzweg, der als Abkürzung zwischen dem Süd- und Nordteil geeignet ist (blauer Pfad in der Karte oben). Die Straße selbst endet bei den Tennisplätzen auf einem Parkplatz, der oben als zweite Alternative zur Anreise insbesondere für Spaziergänger auf dem waldreichen Nordteil vorgeschlagen wurde. Überqueren wir den Wanderparkplatz, so entdecken wir eine Infotafel zur Haard und zum Thema Nordic Walking. Hier beginnt auch das dichte Wegenetz des Waldgebietes mit ersten drei Richtungsvarianten, sodass man bereits hier in den Karten oder auf GPS-Geräten die Richtung prüfen sollte. Wir halten uns schräg-rechts.

Mit nur geringem Anstieg folgt der Weg geschwungen dem Hang und taucht nun in die bewaldete Haard ein. Der Boden ist hier stellenweise schon sehr sandig. Fachkundige erkennen dies möglicherweise auf dem ersten Blick an den Bäumen, die hier vor allem aus Kiefern und Lärchen bestehen. Diese kommen mit diesem mageren Boden gut zurecht, durch den Regenwasser schnell versickert. Radfahrer merken dies vermutlich anhand zu dünner Reifen, die in ersten feinen Sandbänken steckenbleiben. Letztlich kommen studierte Botaniker oder Bodenkundler und Radfahrer auf das gleiche Ergebnis. Der Weg ist kurvenreich, aber erfreulich eben auf einem recht konstanten Höhenniveau. Nach der Fahrt oder dem Gang durch die Wohnsiedlungen von Oer-Erkenschwick ist der schattige Wald eine willkommene Abwechslung. Es duftet angenehm nach modrigem Holz und Nadeln.

Mit Erreichen der Asphaltstraße zum Fernmeldeturm, die links bergauf führt, sind wir am gerade einmal 2 Hektar kleinen Naturschutzgebiet Stimberghöhe angekommen. Typisch für dieses Gebiet auf der Hochfläche sind Quarzit-Steine in Knollenform. Es liegt im Osten des Stimbergs, der übrigens mit 157 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung des Kreises Recklinghausen ist. Das Gebiet ist eingezäunt und wird von der Tour umrundet. Damit werden sowohl die Gesteine als auch die damit verbundene Vegetation und Tierwelt geschützt. Etwas weiter oben an besagter Zufahrtsstraße steht dann doch noch eine Infotafel „zum Anfassen“ an der Straße. An der Rückseite des Schutzgebietes stoßen wir auf den Teufelsstein. Es handelt sich um einen einzigen großen Quarzit-Block.

Naturschutzgebiet Stimberghöhe in der Haard

Am Rande des Naturschutzgebietes Stimberghöhe

Naturschutzgebiet Stimberghöhe in der Haard

Besondere Quarzit-Steine und spärliche Vegetation

Teufelsstein an der Stimberghöhe - Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Am Wegesrand befindet sich links der Teufelsstein. Der Weg geht geradeaus daran vorbei

Halden-Hügel-Hopping in der Haard

Schöner Waldweg am Hang und Naturschutzgebiet entlang

Halden-Hügel-Hopping in der Haard

Wege mit Sandbänken und Nadelbäumen

Auf schönen Wegen unter Kiefern und auf mal mehr und mal weniger sandigen Pfaden geht es über mehrere Kreuzungen und Abzweige weiter. Hin und wieder begegnen einen Reiter auf Pferden. Es sei gesagt, dass es nicht die einzigen bleiben und beim ein oder anderen Pferdeliebhaber Verzückung hervorrufen dürften. Als Radfahrer musste ich stellenweise schieben und hätte mir entweder ein anderes Fahrgerät oder dieses einfach weg gewünscht und die Tour zu Fuß fortgesetzt. Als Reiter auf dem Pferd kommt man eindeutig besser weiter als mit dem Rad auf dem Pfad. Dennoch ist hier ganz klar der Weg das Ziel. Der Wald ist wirklich schön.

Wir nähern uns so der nächsten Station – dem Stollenmund einer Zeche. Der Eingang ist schön rekonstruiert und im Innern hinter Gittern eine Statue der heiligen Barbara zu erkennen, der Schutzpatronin des Bergbaus. Man kann zum Stollenmund hinuntergehen. Die Figur wurde 1993 durch Auszubildende gefertigt.

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Der Waldweg führt irgendwann zu einer Zeche im Wald

Heilige Barbara in einem Stollen

Im Stollen entdeckt man die Heilige Barbara

Halden-Hügel-Hopping Stollenmundloch

Stollenmund der Zeche und Feuchtgebiet im Wald, direkt am Wegesrand gelegen

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Mit ungeeignetem Fahrrad für die Haard unter hohen Kiefern

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Reitweg am nördlichsten Punkt der Tour

Über einen (mit viel Sand belegten) Reitweg erfolgt die Kehre am nördlichsten Punkt der Tour. Ein schmaler Pfad bergauf (Achtung, leicht zu übersehen) führt später zu einem breiten Hauptweg, der am großen Feuerwachtturm auf dem Farnberg vorbeiführt. Der Feuerwachtturm steht unweit dem aus der Haard hervorstechenden Gipfel auf ca. 135 Metern über dem Meeresspiegel. Auf der Spitze des ca. 38 Meter hohen viereckigen, stählernen Turms befindet sich eine geschlossene Kanzel. Von hier aus können die Umgebung beobachtet und so frühzeitig Waldbrände entdeckt und gemeldet werden. Daneben besitzt der Turm eine Aussichtsplattform für Besucher. Diese lädt ein, die fast 200 Stufen bis ganz oben zu erklimmen. Bei entsprechender Wetterlage ergibt sich hoch über den Baumkronen ein gigantischer Weitblick über die Haard, bis ins Ruhrgebiet und Münsterland. Ich hatte nicht ganz so viel Glück mit dem Wetter, das zwar wolkenlos, aber dennoch recht diesig erschien. So gerade konnte man den anderen Feuerwachtturm auf dem Rennberg am Horizont erkennen.

Feuerwachtturm auf dem Farnberg in der Haard

Feuerwachtturm auf dem Farnberg in der Haard

Feuerwachtturm auf dem Farnberg in der Haard

Blick über die waldreiche Haard

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer Feuerwachtturm auf dem Farnberg in der Haard

Nach einer kurzen und rasanten Talabfahrt erreichen wir bald die nächste Station: die alte Scheinzeche Haard. Sie entstand während des 2. Weltkriegs durch die Wehrmacht und diente der trickreichen Täuschung bei feindlichen Luftangriffen. Damals gab es schließlich noch keine Satelliten-Navigation und die Orientierung erfolgte anhand sichtbarer Landmarken bis zum Ziel. Holzattrappen und entsprechende Beleuchtungen simulierten den Eindruck eines großen Bergwerks und zogen die nächtlichen Bombenabwürfe auf sich, ohne wirkliche Schäden im unbesiedelten Gebiet anzurichten, während die eigentliche Zeche Ewald-Fortsetzung vergleichsweise verschont blieb. Von der Scheinzeche sind heute ein alter Betonbunker und einige Bombenkrater als markante Geländeformen zu erkennen. Der Bunker ist eine Heimat für Fledermäuse geworden und hat damit einen sehr friedlichen Zweck bekommen.

Halden-Hügel-Hopping Scheinzeche Haard

Reste der Scheinzeche Haard: Ein von Fledermäusen bewohnter Bunker mitten im Wald

Bunker der Scheinzeche Haard aus dem Zweiten Weltkrieg

Bunker im Detail

Baumstamm mit Pilzen

Baumstamm mit Fruchtkörpern von Pilzen

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Infotafel über Hügelgräber

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Weg zur Halde General Blumenthal

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Hübsches Haus mit blühenden Bäumen am Wegesrand. Kaum zu glauben für Zweifler: Ganz wirklich auch im Ruhrgebiet

Einige hundert Meter weiter klärt eine Informationstafel über vorgeschichtliche Hügelgräber der Haard auf, ohne aber konkret den Standort eines solchen zu benennen. Eventuell entgegenkommende Ponys, auf denen Kinder sitzen, haben ihren Ursprung bei Mutter Wehner, ein Ausflugslokal, Hotel und Freizeitziel. Hier besteht die Möglichkeit zu einer Einkehr und Pause. Und hier befindet sich der dritte Ausgangspunkt für die Tour. Der Parkplatz auf der anderen Straßenseite wird überquert. Hier steht auch eine Tafel zu den Wegen in der Haard. Ganz hinten verläuft vom Parkplatz ein Pfad am Rande der Weiden in südwestlicher Richtung bis zum Reiterhof. Wer die Tour über die Abkürzung beenden möchte, kann hier auf den Haardgrenzweg nach links abbiegen und somit zum Stimbergpark zurückkehren. Wir halten und rechts und sofort wieder links. So gelangen wir zwischen Pferdekoppeln leicht bergab zur Sinsener Straße, die wir überqueren. Geradeaus geht es in den Mühlenweg und hinter dem Fachwerkhaus links. Hier fließt der Silvertbach im gleichnamigen etwa 72 Hektar großen Naturschutzgebiet. Im respektvollen Abstand folgt die Tour dem Bach und erreicht den Fuß der zweiten Bergehalde der Runde, die Halde General Blumenthal VIII (ebenfalls ausführlicher in eigener Dokumentation beschrieben). Die Route umrundet die Halde auf der Nordseite und erklimmt sie im Bereich der alten Zeche, von der heute nur noch die Protegohaube über dem Schacht VIII zu sehen ist. Dann geht es auf die Halde hinauf. Die Tour umrundet den Gipfel zunächst ein wenig umständlich, führt einmal hinunter zum Fuß und wieder hinauf und dann nach einem Bogen auf der anderen Seite wieder bergab. Bis in die 1990er Jahre bildete die Trasse der alten Zechenbahn von der Zeche Ewald-Fortsetzung bis zum Bahnhof Sinsen die Begrenzung der Halde. Danach wurde die Trasse davon überbaut.

Halde General Blumenthal 8 - Halden-Hügel-Hopping

Auf der Halde General Blumenthal VIII

Halde General Blumenthal 8 - Halden-Hügel-Hopping

Gipfel der Halde mit Wegen

Halde General Blumenthal 8 - Halden-Hügel-Hopping

Blühende Bäume an der südlichen Haldenflanke

Halde General Blumenthal 8 - Halden-Hügel-Hopping

Allee unterhalb der Halde, die sich links erstreckt

Heute ist dies ein offensichtlich gut genutzter Bahntrassenradweg, dem wir kurz hinter der Halde etwa 3 Kilometer praktisch bis zum Ausgangspunkt am ehemaligen Zechenbahnhof Ewald-Fortsetzung in Oer-Erkenschwick folgen. Es geht sehr schön zwischen Wiesen und Feldern entlang. Die alte Zechenbahn ist hier als Natur- und Landschaftslehrpfad ausgebaut, an dessen Rand unterschiedliche Bäume mit kleinen Informationstafeln benannt sind. Ein Spielgerät in Form einer Lokomotive und ein Puffer mit einer Radachse erinnern an den Ursprung des Radweges.

Halden-Hügel-Hopping Alte Zechenbahn

Auf der alten Zechenbahn

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Die alte Bahntrasse ist heute ein Radweg mit Allee

Alte Zechenbahn mit Lokomotive

Rastplatz mit einer Spielzeug-Lok am Rande der Zechenbahn

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Puffer und Radachse am Radweg

Halden-Hügel-Hopping HN Haard und Oer

Natur- und Landschafts-Lehrpfad

An der Ampelkreuzung müssen wir die Straßen queren, es geht schräg links weiter unter schattigen Bäumen vorbei am Stimbergstadion bis zur Stimbergstraße, wo links die Kreuzung zur Straße Am Ziegeleitor liegt – unserem Ausgangspunkt. In Erinnerung rufen möchte ich noch die Idee des Schwimmbadbesuchs. Was ist jetzt schöner als eine kalte Dusche und ein Schwimmbecken, in dem man die müden Muskeln entspannen kann?!

Geographische Koordinaten:
51°38'35.94"N, 7°15'41.36"E – Am Ziegeleitor (Ausgangspunkt 1)
51°38'43.86"N, 7°15'45.97"E – Halde Ewald Fortsetzung (Klassenz.)
51°38'46.19"N, 7°15'47.11"E – Haldengipfel
51°39'29.06"N, 7°15'03.22"E – Stimbergpark (Ausgangspunkt 2)
51°40'31.10"N, 7°15'12.72"E – Zeche Wald
51°40'21.07"N, 7°14'58.70"E – Feuerwachtturm Stimberg
51°40'02.47"N, 7°14'32.20"E – Scheinzeche
51°39'48.58"N, 7°13'56.22"E – Mutter Wehner (Ausgangspunkt 3)
51°39'05.30"N, 7°12'04.42"E – Halde General Blumenthal VIII
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
379601 m, 5722789 m – Am Ziegeleitor (Ausgangspunkt 1)

379802 m, 5723041 m – Halde Ewald Fortsetzung (Grünes Klassenz.)
379826 m, 5723113 m – Haldengipfel
379014 m, 5724457 m – Stimbergpark (Ausgangspunkt 2)

379242 m, 5726369 m – Zeche Wald
378966 m, 5726066 m – Feuerwachtturm Stimberg

378443 m, 5725504 m – Scheinzeche
377741 m, 5725091 m – Mutter Wehner (Ausgangspunkt 3)

375561 m, 5723807 m – Halde General Blumenthal VIII

Quellen und weitere Informationen:

Webseite zum Halden-Hügel-Hopping: www.halden-huegel-hopping.de
Radweg auf der alten Zechenbahn: www.bahntrassenradeln.de
Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick:

www.museum-oe.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

Auf der Auswahlseite Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Natur & Landschaft, alte Zechen und Industrieanlagen und andere technische Besonderheiten.

Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr